Hiebe, Frust und Zärtlichkeit
3. Herren 

In Schleswig-Holstein gibt es mindestens zwei Arten von Wikingern: die genealogischen und die ethymologischen. Erstere stammen von den Barbaren ab oder wohnen zumindest auf deren Gräbern, Letztere haben sich bei der Taufe ihres Stadtteils lediglich in der Endung vergallopiert.

Vielleicht also war es das Aufeinandertreffen der barbarischen Kultur mit urbanem Feinsinn, der eine Eiseskälte durch die Elmschenhagener Arena wehen lies, welche dem Eisteich in Schleswig nun vielleicht sogar den Rang als unterkühlteste Spielstätte der Liga ablaufen könnte. Wir waren gut maskiert und desinfiziert erschienen, dem Spektakel Wikinger(G) gegen Wikinger(E) beizuwohnen und der Schlacht als Schiedsrichter zu dienen.

Im ersten Satz sahen wir den selbsternannten Serienmeister auf ungewohntem Niveau spielen. Nicht zuletzt durch eine frühe Verletzung des Zuspielers (gute Besserung von uns an dieser Stelle) standen die Gastgeber unter stetigem Druck, während den Gästen aus Busdorf vieles, wenn nicht alles, gelang. Man kreuzte also bei einem 0:1 aus Sicht der Heimmannschaft erneut die Äxte. Die Hauptstadt-Wikinger konnten ausgleichen und ruderten ihr Schiff fortan im Oberwasser. Im weiteren Spielverlauf konnten wir pfiffige Wikinger beobachten, die mit dem Ruf "Touché" eigentlich "Aus" meinten und andere Wikinger wiederum brachten sich um ihre gute Leistung, indem sie erst mit sich und dann mit dem Schiedsgericht haderten. Am Ende haben die Wikinger gewonnen, das Ergebnis wurde in den Geschichtsbüchern verdrängt von Berichten über nachträgliche Rachefeldzüge und im Trotz endenden Saufgelagen der wilden Nordmänner. Schade, wir hatten Euch in guter Erinnerung!

Wir haben uns warm und heiß gemacht und im zweiten Spiel den Wikingern zunächst generös wie einst 2018 zwei Sätze überlassen...

Derweil unser Mitspieler Schrammi bei seiner Schwiegermutter den Dachboden aufgeräumt hat und folgendes Fachmagazin aus den 80er Jahren entdeckte. Lassen wir dieses für uns sprechen: